Die aus der Banken- und Fianzkrise resultierenden Verluste wurden bislang möglicherweise deutlich unterschätzt.
Unter dem etwas reißerischen Titel “Geht die Finanzkrise nun erst richtig los?” meldet boerse.ard.de heute unter Bezugnahme auf einen Zeitungsbericht die angeblich neuesten Ergebnisse einer Branchenstudie: So berechnet ein großer globaler Finanzinvestor die bisherigen Verluste der Bankenkrise auf über 1 Billionen Euro.
Die Banken selbst hätten die fragliche Summe bislang jedoch “nur” mit etwa 400 Milliarden Dollar angegeben. Sollte die Ergebnisse der Studie tatsächlich zutreffen, wären die Verluste damit etwa viermal so hoch wie bislang angenommen.
Im ungünstigen Fall hätten die Banken dann auch weiterhin große bis größte Schwierigkeiten, genügend Eigenkapital zu beschaffen, um die doch enormen Verluste zu kompensieren.
Sind diese dann doch ernüchternenden Zahlen also lediglich Ausdruck einiger weiterer postmoderner Geschichten (wir haben berichtet), in der einzelne Händler in waghalsige bis betrügerische Aktivitäten verstrickt werden. Dies wäre dann vor allem ein Problem der unzureichenden Aufsicht- und Kontrolle.
Oder steckt hier möglicherweise doch ein tiefergehendes Problem aus dem falschen Verhältnis von Anreiz und Risiko für die Beteiligten dahinter?




Mindestens ebenso erschreckend sind die Meldungen vom Ende der letzten Woche. Da schließt die US-Bankenaufsicht den US-Hypothekenfinanzierer Indy Mac und Goldman Sachs tritt aus dem internationalen Bankenverbund aus. Ich glaube, derzeit hat keiner eine richtige Vorstellung, wohin die Reise geht, und wie stark unser Finanzsystem durch die Unvernunft der Banken noch strapaziert werden wird.