Angemessene Bezahlung für Praktikanten gefordert
Freitag, 25. April 2008
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz fordert eine angemessene Bezahlung für Praktikanten mit abgeschlossener Berufsausbildung. Ein solche Regelung findet sich zwar bereits im Berufsausbildungsgesetz, Scholz möchte jedoch durch eine weitere “Klarstellung” im Bürgerlichen Gesetzbuch diese, in der Praxis häufig missachtete, Regelung unterstützen .
Hintergund der Diskussion sind die Ergebnisse einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).
Was viele in der Praxis bereits erfahren haben, wird durch diese Studie noch einmal bestätigt: Viele der Praktikanten werden zu einem guten Teil ihrer Arbeitszeit als reguläre Arbeitskräfte eingesetzt, gleichzeitig erfolgen über 50% (!) der Praktika dabei unbezahlt.
Auch wenn diese Zahlen sicherlich erschreckend wirken, ist ein solcher Missbrauch des Praktikums bekannt: So wurde in deutschen Großstädten schon das ein oder andere Medienunternehmen gesichtet, dass über mehr Praktikanten als Arbeitnehmer verfügt.
So ist das Praktikum oft die einzige Chance für junge Existenzgründer, bereits in einer frühen Phase des Unternehmes “Arbeitskräfte” zu beschäftigen. Ist das Unternehmen erfolgreich, wird aus dem Praktikanten nicht selten ein Angestellter oder sogar Teilhaber.
Natürlich darf solch ein unternehmerisches Risiko nicht auf dem Rücken der Praktikanten ausgetragen werden. Und schon gar nicht darf eine derartige Situation zum Dauerzustand werden. Dennoch sollte die Politik auch hier den Realitäten ins Auge sehen und die bürokratischen und finanziellen Hürden junger Unternehmen reduzieren.
Blogstimmen: Personaler Blog , blog.generation-praktikum
Link zur Studie: Was ist gute Arbeit?




