Geldanlage und Finanzkrise - Ein kleiner Überblick
Dienstag, 11. November 2008
Auch wenn die aktuellen Konjunkturerwartungen der Finanzexperten wieder eine positive Tendenz für die Zukunft erkennen lassen: Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die deutsche Wirtschaft werden langsam spürbar.
Stillstand, möglicherweise sogar ein Abschwung der Realwirtschaft werden für 2009 trotz gegenwärtiger Stimmungsaufhellung in Deutschland erwartet, die Weltwirtschaft wird mit geringreren Investitionen und restriktiveren Bedingungen der Kreditvergabe voraussichtlich eine leichte Eintrübung erfahren.
Zusätzlich haben die schlechten Nachrichten rund um die isländische Kaupthing Bank sowie die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers viele Verbraucher verunsichert.
Dennoch sind sich Experten und Verbraucherschützer weitgehend einig: Sparkonten, Tagesgeld und Festgeld bei einer deutschen Bank sind auch weiterhin sicher (Wir haben bereits ausführlich berichtet). Bei ausländischen Banken sollten Anleger sich jedoch genau über die jeweils gültigen Regeln der Einlagensicherung informieren und die Grenzen der Sicherung beachten.
Viele Aktien und Fonds sind durch die Finanzkrise von Kursverlusten betroffen: Neben realen wirtschaftlichen Gegegebenheiten spielen hierbei immer auch die Erwartungen der Anleger und viel Psychologie eine Rolle. Eine Geldanlage in Aktien bei den gegewärtig stark schwankenden Kursen birgt damit gegebenenfalls hohe Risiken, bringt risikofreudigen Anlegern aber auch Chancen. Fonds sind als sogenanntes “Sondervermögen” geschützt sollte die dahinterstehende Bank oder Fondsgesellschaft pleite gehen, dennoch sind auch diese dem Risiko möglicher Kursverluste ausgesetzt.
Das Risiko sowie die Rendite einer Geldanlage in Anleihen und Zertifikaten hängt stark vom jeweiligen Herausgeber ab: Kann dieser die Papiere nicht mehr zurückkaufen, ist das angelegte Vermögen möglicherweise verloren. Während Staatsanleihen, wie etwa die beliebten Bundesschatzbriefe oder die Tagesanleihe des Bundes durchschnittliche Renditen bei praktisch nicht vorhandenem Ausfallrisiko bieten, sind Unternehmensanleihen mit mehr Risiko behaftet.
Anleihen bei gut bewerteten Unternehmen gelten normalerweise zwar als relativ sicher, der Fall Lehman Brothers zeigt aber, dass hier im Krisenfall dennoch (auch möglicherweise unerwartete) Risiken drohen. Anleihen bei unterschiedlichen Emittenten können Anlegern helfen, das Risiko zu streuen.
Beratung zum Thema Sicherheit von Geldanlagen bieten gegenwärtig auch die Verbraucherzentralen.




