Finanzen Allgemein

Bahn Börsengang – Humbug oder mutige Entscheidung

June 3, 2009

Nachdem der Börsengang der Deutschen Bahn zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben schien, kündigt Bahn-Chef Grube an, dass ein baldiger Börsengang vielleicht doch nicht so unwahrscheinlich sei und möglicherweise sogar schon im Jahr 2010 oder 2011 vollzogen werden könne.

Eigentlich schien das Thema Börse und Privatisierung der Bahn ja vom Tisch zu sein: Nachdem Verkehrsminister Tiefensee sich aufgrund der Finanzkrise für eine Verschiebung des Börsengangs nach 2013 stark machte, gibt Rüdiger Grube kurz nach seinem Amtsantritt bekannt, dass das Thema Börsen in den kommenden ein oder zwei Jahren nicht auszuschließen sei. Voraussetzung: Die Weltwirtschaft erhole sich in dieser Zeit.

Der eigentlich bereits für 2009 angesetzte Gang an die Börse wurde durch die Finanzkrise gestoppt, obwohl es noch im September aussah, als würde der damalige Chef Mehdorn sich durchsetzen und den lange vorbereiteten Börsengang vollziehen.

Kritiker der Privatisierung, wie etwa die taz, bezeichnen den erneuten Vortoss von Grube in Richtung Börse als volkswirtschaftlichen “Humbug”. Auf der anderen Seite erfordert es Mut, gerade jetzt wieder von der Privatisierung eines Unternehmens zu sprechen, während die Zeichen der Zeit derzeit doch eher auf Verstaatlichung stehen.

So dürfte vermutlich nicht zuletzt auch der anstehende Wahlkampf ein Grund für die ablehnende Haltung Tiefensees gegenüber dem Schritt Richtung Börse gewesen sein.

Langfristig wird am Börsengang des Unternehmens vermutlich kein Weg vorbeiführen. Voraussetzung dabei dürfte jedoch sein, skandalträchtige Methoden der Unternehmensführung, wie sie in den letzten Monaten immer wieder publik wurden, der Vergangeheit angehören. Derartiges hat weder in einem staatlichen noch in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen etwas zu sehen.



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